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Ueber mich
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„… und der Punkt ›über mich‹ muß auch ins Menue,“ sagte ich meinem Sohn, als wir meine zukünftige Web-Site besprachen. 
„No problem,“ meinte er und richtete die Site so ein, daß ich alle Rubriken ohne tiefgreifende Kenntnisse der Kodierbefehle füllen konnte.

Nun sitze ich davor , - grübele, - wäge ab, - und frage mich, was soll da eigentlich hin ?

Soll ich meinen Lebenslauf reinschreiben ?
Nein ! Ich schreib' ja keine Bewerbung.
Soll ich schreiben , daß ich in Lentschütz geboren bin ?
Image Ne – das interessiert niemand. Kennt ja sowieso keiner. Das kenn' ja nicht mal ich. Soll irgendwo an der Warthe liegen. Ich wurde vor gut 60Jahren wie man mir sagte, bald nach der Geburt, mit dem anderen Hab und Gut zusammengepackt und gen Westen verbracht.
An Bad Oldesloe erinnere ich mich noch etwas, aber mein Leben begann in der Volkerstadt Alzey . Volkerstadt, weil hier der Volker von Alzey, Ritter und Spielmann an König Gunters Hof zu Worms, her stammte.
Da war ich 6 und es war 1950 als ich in die Löwenschule kam.
Die Schule riß ich auf einer Backe ab, lernte einen Beruf im feinmechanisch – künstlerischem Metier und brachte dann in Gießen eine verlängerte Militärzeit hinter mich, die mir half mich von dem heimischen Umfeld zu befreien und meine Persönlichkeit zu festigen.
Das tat ich denn auch, und als sich mein Hang, die Akzeptanz gegenüber Autoritäten die noch blöder sind als ich in Frage zu stellen, ausreichend genug entwickelt hatte verließ ich diese Institution um in meinem erlernten Beruf zu erforschen ob vielleicht da der Grundsatz gilt, daß der Erfolg hat der Leistung zeigt und nicht etwa der welcher sich am tiefsten vor seinen Vorgesetzten neigt. ( ! ) Ich forschte 2-3 Jahre und kam zu dem Schluß, daß ich das, was ich für andere leistete, doch auch zu meinen Gunsten tuen könnte.
So kam ich wieder in meine Heimatstadt Alzey, im Herzen Rheinhessens, zurück und gehe ging hier seitdem meinem Beruf auf eigene Rechnung nach.
In dieser Zeit überstand ich 2 Ehen, bei denen ich in der ersten mitansehen konnte wie Geld den Charakter verdirbt. ( ! )
Außer 2 Kindern, die mir in der Zeit geboren wurden, und die ich mit Hilfe der 2. Ehefrau aufzog, ist nichts der Erinnerung wertes davon geblieben.
Nun sind die Kinder erwachsen und aus dem Haus, auch die Frau (die Zweite) drängte der Wunsch sich nochmals zu verwirklichen hinaus, und so lebe lebte ich mit Rex, meinem treuen Freund(† Juni 2014 ) und zwei Miezen (vierbeinig) mehrere Jahre allein in meinem Haus und genoß die ungebundene Ruhe.
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Jetzt habe ich das Haus aufgegeben und versuche die Richtung für meinen Lebensabend zu bestimmen.
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Mann - so schnell hätte es nun auch nicht gehen müssen !
Ich war gerade erst 2 Monate vorher von Eppelsheim , das ist nahe bei Alzey, zurück in die Volkerstadt gezogen, habe einen Teil meiner Geschäftsräume abgetrennt und versuchte mich dort gemütlich einzurichten, da passierte es :
Die Sense des Schnitters streifte mich ! Und ich bin froh, daß ich da meinem Schutzengel begegnete. 
Auf dem Weg in die Rekonvaleszens waren mir meine Kinder, vornehmlich Jan Tilo, aber auch Jutta, meine Ex², eine große Hilfe.
Jani besorgte mir an seinem Wohnort Bad Schwalbach , er wohnte dort direkt am Kurpark, gerade an der anderen Seite des Parks eine kleine Wohnung, in die ich mit meinem Rex einziehen konnte.
Und obwohl er mir das Gefühl läßt, ich könne allein zurecht kommen, es ist beruhigend, ihn in meiner Nähe zu wissen.


Nun ist gerade mein Leben so in mir vorübergezogen und aus den Fingern geflossen, da erkenne ich: „Eigentlich führtest du, selbst wenn einige Momente aus der Zeit die dem Verdrängen anheim gegeben wurden das Zeug hatten Stoff für einen Fernsehkrimi zu sein, ein schlichtes unspektakuläres Leben. Für einen Memoiren-Bestseller wird es nicht reichen.“ Ich gebe zu, vor einer Reihe von Jahren trat bei mir eine leichte lethargische Bequemlichkeit ein, und gerade damals hätte ein regeres Interesse für wissenschaftliche Veranstaltungen möglicherweise meinen Lebensweg etwas korrigiert. Aber ich bekam keine Eintrittskarte für die „Sonderausstellung“
So bestelle ich also weiterhin, nur so für mich, meinen „Acker“, die Zugriffe des Schnitters kommen immer häufiger in meine Nähe und mancher Halm aber auch manches Unkraut, das schon längst überfällig war, wird getilgt; und nur manchmal leide ich ein wenig unter der „Bürde des Menschen“ . Wink
Es ist eben leichter, mal schnell eine oberflächliche Beziehung aufzureißen, als einen Menschen zu finden, mit dem noch etwas Harmonie in meine Wände einzieht. Wie ich erkannt und bei Sheckley gelesen habe:
Man kann sich trefflich amüsieren, in unserer Welt, wenn einem nicht so schnell schlecht wird.
Doch es gibt einen Ausweg: Wann immer ich will kann ich eintauchen in meine Wunschwelt" ; wenn es auch seinen Preis hat. Undecided
Aber ich befürchte, all das interessiert keinen, und so sollte ich wohl einfach nur mit den Versen von Mascha Kaléko eine kurze Zwischenbilanz ziehen:
(Paar Zeilen könnte ich ja adaptieren.)


Kleine Zwischenbilanz

Was wird am Ende von mir übrig bleiben?
- Ein Sohn, ein Mädchen mir geboren sind.
Der Rest, es lohnt sich kaum, es aufzuschreiben.
Was ich zu sagen hab, sag ich dem Wind.

Man glaubt es nicht, wie gut wir uns verstehen,
Der Wind und ich. Schon seit geraumer Zeit.
Ihm kann man traun. Er hat schon viel gesehen.
Er kennt die Welt und weiß Bescheid.

Es ist und bleibt das gleiche allerorten –
Man sagt am Ende nichts, in vielen Worten.
Zum Reden hat sogar der Feige Mut;
Doch Schweigen klingt in jeder Sprache gut.
von Mascha Kaléko (minimal adaptiert)

Persönliches :