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Woche1037
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Zum Totensonntag
 

 
Schau, wie die Nacht unsre Schatten verschlingt,
Movitz, mein Bruder, tritt leise.
Schau, wie das Licht in der Ferne ertrinkt.
Charon ruft zur Reise.
Unsere Schwester wird im Boot bei ihm sein.
Movitz, hilf mir, einen würdigen Stein
ihr auf das Lager zu tragen.
Komm, pack mit an, um ihr danach beim Wein
Lebewohl zu sagen.
 
Ach, Todesvorspiel im düsteren Reich
unter den wispernden Linden.
Schönheit und Häßlichkeit werden sich gleich.
Sich im Tod verbinden.
Glück, sonst so dreist wie der wirbelnde Wind,
meidet die Stätten, die dem Tod eigen sind.
Niemand mag hier gerne schaffen.
Feinde bereuen, zerbrechen geschwind
vor der Gruft ihre Waffen.
 
Armsünderglöckchen zum Großglockenklang.
Der Küster, nun tritt er ins Freie.
Alles ist würdig. Ein frommer Gesang
gibt dem Ort die Weihe.
Blumenzertretend folgt das Trauergeleit.
Am frischen Grabe steht der Sarg schon bereit,
dort an der schattigen Mauer.
Jeder verbeugt sich, nimmt Anteil am Leid,
jeder pflegt seine Trauer.
 
Sie hat jetzt Ruhe vor Schlägen und Streit,
Löffberds geplagte Gemahlin.
Löffberg, du Scheusal, jetzt bist du soweit,
jetzt gibst du dich deiner Qual hin.
Ach, wir nehmen heute Abschied von ihr.
Ach, wie soff sie gerne Branntwein und Bier.
Lustig war'n ihre Gelage !
Durstig war sie, na, und durstig sind wir !
Durst ist wahrlich eine Plage !