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Woche1014
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Volkstrauertag

Ludwig Uhland

Ich hatt´ einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
Im gleichen Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen :
Gilt sie mir oder gilt sie dir ?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen
Als wär's ein Stück von mir

Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad'.
"Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ew'gen Leben
Mein guter Kamerad !"

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Mein Gewehr im Arme steh‘ ich
Hier verloren auf der Wacht,
Still nach jener Gegend seh‘ ich,
Hab‘ so oft dahin gedacht!

Fernher Abendglocken klingen
Durch die schöne Einsamkeit;
So, wenn wir zusammen gingen,
Hört‘ ich‘s oft in alter Zeit.

Wolken da wie Türme prangen,
Als säh‘ ich im Duft mein Wien,
Und die Donau hell ergangen
Zwischen Burgen durch das Grün.

Doch wie fern sind Strom und Türme!
Wer da wohnt, denkt mein noch kaum,
Herbstlich rauschen schon die Stürme,
Und ich stehe wie im Traum.

Auf der Feldwacht
(Joseph Freiherr von Eichendorff)


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